ThermTec Cyclone 625 – Kompaktes Handgerät mit 640er Sensor im Test

31.08.26

ThermTec Cyclone 625 – Kompaktes Handgerät mit 640er Sensor im Test

ThermTec Cyclone 625 im Test

Das ThermTec Cyclone 625 ist ein Wärmebild-Handgerät im Taschenformat, gebaut für Jäger, die auf jedem Gramm und jedem Zentimeter sparen wollen. Im Inneren arbeitet ein 640 x 512 VOx-Sensor mit 12 µm Pixel-Pitch – Werte, die man in dieser kompakten Geräteklasse selten findet. Das Bild landet auf einem 0,39 Zoll AMOLED-Display mit 1024 x 768 Pixeln. Das Gehäuse ist vollflächig gummiert, die Tasten arbeiten geräuschlos, das Okular lässt sich klappen und drehen und verfügt über eine Dioptrienverstellung. Mit einem Gewicht von nur rund 260 Gramm passt das Cyclone 625 in jede Jackentasche. Betrieben wird es über einen wiederaufladbaren 18650-Akku, zwei Stück liegen serienmäßig bei. Wir haben das Gerät über mehrere Wochen bei Pirschgängen und am Ansitz eingesetzt – die folgenden Eindrücke stammen aus dieser eigenen Praxiserfahrung.


Für wen eignet sich das Cyclone 625?

Mischrevier
Das breite Sehfeld und das geringe Gewicht machen das Cyclone 625 zum flexiblen Begleiter für wechselnde Reviertypen.
Sehr gut geeignet
Feldrevier
Auf sehr weiten, offenen Flächen und bei extrem hohen Distanzen stößt die kompakte Optik an ihre Grenzen.
Bedingt geeignet
Waldrevier
Rund 30 m Sehfeld auf 100 m ersparen das ständige Schwenken zwischen den Bäumen – ideal für Pirsch und Kirrung.
Optimal geeignet
Wildtier-Monitoring
Heat-Tracking und KI-Entfernungsschätzung erleichtern das gezielte Beobachten einzelner Tiere über längere Zeit.
Sehr gut geeignet

NEU: KI-gestützte Entfernungsschätzung

Das Cyclone 625 schätzt die Entfernung zum Wild automatisch per KI ein und zeigt an, ob es sich über oder unter 100 m, 150 m oder 200 m befindet. Damit das zuverlässig klappt, sollte das Tier möglichst frei und vollständig im Sensorbild stehen – nur so kann die Software Art und Größe korrekt einordnen. Einen physischen Laser-Entfernungsmesser ersetzt das nicht, für die grobe Einschätzung auf der Pirsch reicht es aber gut aus.


640 x 512 VOx-Sensor mit 12 µm Pixel-Pitch

Der Sensor ist das Herzstück des Cyclone 625 und liefert ein kontrastreiches, scharfes Wärmebild mit feiner Detailzeichnung. Der 12 µm Pixel-Pitch sorgt zusammen mit einem NETD-Wert von unter 18 mK für eine hohe Wärmeempfindlichkeit – schon kleine Temperaturunterschiede werden sichtbar, etwa Wild im hohen Gras oder dichtem Unterholz. Angezeigt wird das Bild auf einem AMOLED-Display mit satten Farben und gutem Kontrast auch bei wechselndem Umgebungslicht. Trotz der kompakten Bauform wirkt das Bild ruhig und stabil, ein Nachziehen oder Flimmern haben wir in der Praxis nicht bemerkt.

Sensor
640 x 512 px
Pixel-Pitch
12 µm
NETD
< 18 mK
Display
AMOLED 1024 x 768

25-mm-Optik mit außergewöhnlich breitem Sehfeld

Die 25-mm-Frontlinse mit Lichtstärke F1.0 lässt sich manuell fokussieren und erreicht bei einer Grundvergrößerung von 1,4x ein Sehfeld von rund 30 m auf 100 m Entfernung – ein Wert, der in dieser Geräteklasse ungewöhnlich groß ausfällt. Ein digitaler Zoom bis 4-fach steht für die Detailansicht zur Verfügung. Einen physischen Laser-Entfernungsmesser besitzt das Cyclone 625 nicht, dafür übernimmt die KI-Distanzschätzung die grobe Einordnung. Für Schussdistanzen im Wald reicht das aus, feine Details wie der Pinsel beim Keiler oder die Milchleiste bei der Bache lassen sich trotz der geringen Vergrößerung noch gut erkennen.

Praxistipp aus unserem Test

Gerade an Hängen und in hügeligem Gelände zahlt sich das breite Sehfeld aus: Statt das Gerät ständig hoch- und runterzuschwenken, um den Hang abzuglasen, erfassen Sie einen deutlich größeren Bildausschnitt auf einen Blick. Wer zusätzlich die „Zweitaugentechnik” nutzt – das Gerät dauerhaft vor das linke Auge halten, das rechte frei lassen –, bewegt sich im Dunkeln sicherer und behält Wild am Rand des Sichtfelds im Augenwinkel im Blick.


32 GB Speicher, App-Anbindung und leise KI-Kalibrierung

Foto- und Videoaufnahmen inklusive Ton landen direkt auf dem internen 32-GB-Speicher. Über USB-C oder per Hotspot verbindet sich das Cyclone 625 mit der ThermTec-App, Bilder und Videos lassen sich so bequem aufs Smartphone übertragen. Die integrierte Heat-Tracking-Funktion markiert automatisch den wärmsten Punkt im Bild und hilft dabei, ein Tier auch bei unruhigem Untergrund im Blick zu behalten. Die Tastenbedienung ist geräuschlos, das Gehäuse vollständig gummiert – kein Klappern, wenn das Gerät an der Ausrüstung anstößt.

Praxistipp aus unserem Test

Die KI-Software kalibriert das Bild im Hintergrund fortlaufend und unauffällig. Das klassische, kurze Einfrieren des Bildes beim automatischen Kalibrieren – bei anderen Geräten oft ein Ärgernis im entscheidenden Moment – ist uns beim Cyclone 625 in der Praxis nur extrem selten aufgefallen.


Wechselakkusystem für bis zu 16 Stunden Laufzeit

Das Cyclone 625 läuft mit einem wiederaufladbaren 18650-Standardakku, der vorne unter dem Objektiv sitzt und sich auch bei völliger Dunkelheit unkompliziert wechseln lässt. Ein Akku hält in unserem Test 6 bis 8 Stunden, da standardmäßig zwei Akkus im Lieferumfang enthalten sind, kommen Sie im Feld auf bis zu 16 Stunden Gesamtlaufzeit. Dank Boost-Start ist das Gerät aus dem ausgeschalteten Zustand in rund drei Sekunden einsatzbereit – auf dem Hochsitz muss es also nicht dauerhaft im Standby laufen. Schutzklasse IP67 und ein Betriebsbereich von -20 °C bis +50 °C machen es wettertauglich für den ganzjährigen Einsatz.

Gewicht
ca. 260 g
Akkulaufzeit
6-8 h / bis 16 h gesamt
Schutzklasse
IP67
Betriebstemperatur
-20 °C bis +50 °C

Fazit

Wir haben das Cyclone 625 auf zahlreichen Pirschgängen und am Ansitz begleitet – und es hat uns überzeugt, wo es überzeugen soll: als kleines, leichtes Zweitgerät oder als Haupteinstieg für Wald, Kirrung und Mischrevier. Das breite Sehfeld erspart das lästige Schwenken an Hängen, der schnelle Boost-Start und die unauffällige KI-Kalibrierung machen den Umgang im Alltag angenehm. Wer regelmäßig auf sehr weiten, offenen Feldflächen jagt und dabei auf extrem hohe Distanzen angewiesen ist, wird mit der kompakten Optik an ihre Grenzen stoßen und sollte eher zu einem Gerät mit größerer Brennweite oder physischem Laser-Entfernungsmesser greifen. Für die Pirsch im Wald, an der Kirrung und im wechselnden Mischrevier ist das Cyclone 625 dagegen ein Gerät, das wir jederzeit wieder mitnehmen würden.


Achtung

Das Cyclone 625 besitzt keinen physischen Laser-Entfernungsmesser, sondern nur die KI-gestützte Distanzschätzung. Wer für die Feldjagd auf große Distanzen einen echten LRF benötigt, sollte einen Blick auf das passende Schwestermodell werfen.

Beratung am Telefon und vor Ort

Kontaktieren Sie uns gerne zur Beratung bzgl. Beobachtungsgeräten für die Jagd oder Wärmebild Handgeräten und verschaffen Sie sich einen praxisnahen Überblick. Ich bin Jäger. Wenn Sie zu mir kommen, reden Sie nicht mit einem Verkäufer – sondern mit jemandem, der die Geräte selbst im Revier führt. Direkt am Verkaufsraum steht ein Hochsitz. Nehmen Sie Platz, nehmen Sie das Gerät – und schauen Sie raus. So testen Sie, wie es wirklich zählt. Ich nehme mir Zeit für Sie. Deshalb bitte ich um eine kurze Terminvereinbarung vorab.

Ihr Jens Dewenter – Venari Jagd, Rastede