Hoghunter Mini 635 & Orion O635CS im Vergleich – Ist zu viel Funktion schlecht?

12.08.26

Guide Orion O635CS vs. HOGHUNTER Mini 635 LRF – zwei kompakte 640er im Vergleich

Beide Geräte setzen auf einen 640×512-Sensor mit 12 µm Pixelabstand und einem NETD-Wert von unter 15 mK. Beide zeigen ihr Bild auf einem 0,49-Zoll-Display mit 1920×1080 Pixeln. Damit liefern beide Geräte auf dem Papier eine sehr ähnliche Bildqualität. Der Unterschied liegt woanders. Das Guide Orion O635CS ist auf minimales Gewicht getrimmt und verzichtet bewusst auf Multimedia-Funktionen. Das HOGHUNTER Mini 635 LRF geht den anderen Weg und packt Laserentfernungsmesser, WiFi und Schussaufzeichnung mit ins Gehäuse. Wir stellen beide Geräte Punkt für Punkt gegenüber – inklusive Praxiseindrücken aus dem Test.


Guide Orion O635CS
Nur 285 Gramm schwer. Kein WiFi, kein Recording, kein Bluetooth – der Fokus liegt allein auf der Pirsch.
Leichtgewicht-Spezialist
HOGHUNTER Mini 635 LRF
Laserentfernungsmesser bis 1.000 m, Schussaufzeichnung und App-Anbindung in einem Gehäuse.
Allrounder mit LRF

Vom Vorgänger zum Mini 635 – was sich in der Praxis verbessert hat

Das bisherige 35er-Modell von HOGHUNTER galt bei vielen Jägern als zu groß und unhandlich. Auch die Haptik überzeugte nicht durchweg. Der alte Ein-/Ausschalter brauchte rund drei Sekunden Druck, bis das Gerät hochfuhr – auf der Pirsch kostbare Zeit. Beim Mini 635 wurde das Gehäuse komplett neu berechnet. Die Platinen rücken enger zusammen, das Batteriefach wandert nach oben. So schrumpft die Baugröße spürbar, das große 35-mm-Objektiv bleibt trotzdem erhalten. Ein neuer Dreistellungsregler ersetzt den alten Taster. Zusammen mit einer optimierten Firmware fährt das Gerät dadurch deutlich schneller hoch.

Sensor und Bildqualität – nahezu identische Basis

Beide Geräte arbeiten mit dem gleichen 640×512-Sensor und dem gleichen NETD-Wert von unter 15 mK. Ein ruhendes Stück im Unterholz bleibt bei beiden Geräten sichtbar. Auch das Display ist bei beiden Modellen baugleich dimensioniert: 0,49 Zoll, Auflösung 1920×1080. Das HOGHUNTER Mini 635 setzt auf einen iRay-Sensor mit 60 Hz Bildwiederholrate statt der sonst üblichen 50 Hz – Bewegungen wirken dadurch flüssiger. Auch das Okular fällt größer aus als bei vielen anderen Geräten: 30 mm Glasdurchmesser sorgen für eine saubere optische Abbildung und erlauben starkes Reinzoomen, ohne dass das Bild an Schärfe verliert. Im Menü lässt sich die Bildschärfe zusätzlich per KI-Schärferegler feinjustieren.

Hinweis

Beim HOGHUNTER Mini 635 wird das Okular bei jedem Gerät einzeln in Deutschland von Hand eingebaut und werkseitig auf 100 Meter vorjustiert. Der erste Schuss liegt dadurch meist im Bereich eines Bierdeckels statt eines Scheunentors.

Achtung

Die werkseitige Vorjustierung ersetzt kein Kontrollschießen. Fertigungstoleranzen am Zielfernrohr selbst bleiben davon unberührt. Ein kurzer Kontrollschuss vor der ersten Pirsch gehört trotzdem zur Waidgerechtigkeit dazu – meist genügt eine kleine Korrektur statt eines kompletten Neueinschießens.

Sensor (beide Geräte)
640×512, 12 µm
NETD (beide Geräte)
< 15 mK
Display (beide Geräte)
0,49″, 1920×1080
Erkennungsreichweite
1800 m

Gewicht und Handling – der Orion spielt in einer anderen Liga

Das Guide Orion O635CS wiegt nur 285 Gramm – kaum mehr als eine Handvoll Patronen. Das HOGHUNTER Mini 635 LRF bringt 410 Gramm auf die Waage, die Version ohne Entfernungsmesser 380 Gramm. Auf dem Zielfernrohr macht dieser Unterschied etwas aus. Bei langen Ansitzen oder auf der Pirsch über weite Strecken spürt man das geringere Gewicht des Orion deutlich. Trotzdem sind beide Gehäuse von den Abmessungen her fast gleich kompakt gebaut – der Gewichtsunterschied liegt allein an der Technik im Inneren, nicht am Volumen.

Gewicht Orion O635CS
285 g
Gewicht Hoghunter Mini 635 LRF
410 g
Abmessungen Orion
99 × 73 × 68 mm

Montage – unterschiedliche Gewinde, gleiches Prinzip

Das Guide Orion O635CS nutzt ein schmales 33,5-mm-Gewinde und passt so auch bei wenig Platz zwischen Zielfernrohr und Schalldämpfer. Das HOGHUNTER Mini 635 arbeitet mit einem M40-Gewinde. Über gängige Adapter unterschiedlicher Hersteller lässt sich das Mini 635 an nahezu jeder gängigen Waffen-Optik-Kombination montieren. Vor dem Kauf lohnt sich ein kurzer Griff zum Telefon, damit der passende Adapter direkt mitbestellt wird.

Funktionsumfang – Purismus gegen Vielseitigkeit

Hier trennen sich die beiden Geräte am deutlichsten. Das Guide Orion O635CS verzichtet bewusst auf WiFi, Bluetooth und Aufnahmefunktion – ganz im Sinne von „Anmachen, ansprechen, schießen, ausmachen”. Wer nur die Pirsch im Kopf hat, kommt mit dem Orion ohne Ablenkung aus. Das HOGHUNTER Mini 635 LRF geht den Weg als Rundum-Paket und nimmt den Schuss automatisch auf – 7 Sekunden vor und 15 Sekunden nach dem Schuss, inklusive Zeitlupen-Wiedergabe direkt auf dem Display. Dazu kommt ein interner Speicher von 64 GB und eine WiFi-Anbindung an die App. Einen Neigungssensor hat das Mini 635 bewusst nicht verbaut – Neigungssensoren gelten in der Praxis oft als anfällig für Fehlfunktionen, auf diese Fehlerquelle wird also verzichtet.

Tipp

Nach dem Schuss lässt sich das aufgezeichnete Video direkt im Album des HOGHUNTER Mini 635 kontrollieren – so sehen Sie sofort, wie und wo das Stück gezeichnet hat. Bei einer Nachsuche kann das Video direkt an den Nachsuchenführer weitergegeben werden, damit dieser sich optimal auf den Einsatz vorbereitet.

Hinweis

Nur die LRF-Version des HOGHUNTER Mini 635 misst die Entfernung zum Stück direkt aus dem Gerät – bis zu 1.000 Meter weit. Das Orion O635CS bietet diese Funktion nicht, hier braucht es einen separaten Entfernungsmesser.

Akku und Laufzeit

Beide Geräte setzen auf ein Wechselakku-System und legen zwei Akkus in den Lieferumfang. Das Orion O635CS nutzt 18500er-Akkus und kommt auf 7 bis 8 Stunden pro Akku. Das HOGHUNTER Mini 635 LRF läuft serienmäßig ebenfalls mit einem 18500er-Akku, hier liegt die Laufzeit je nach Nutzung von RAV und Laser bei 3 bis 4 Stunden. Im Lieferumfang steckt bereits ein längerer Batteriefachdeckel – damit lässt sich das Mini 635 im Handumdrehen auf einen 18650er-Akku umrüsten und gewinnt so 30 bis 40 Prozent mehr Laufzeit.

Tipp

Das Akkusystem des HOGHUNTER Mini 635 passt auch in andere Geräte der Serie – Wärmebild-Handgerät, Vorsatzgerät und Taschenlampe teilen sich die gleichen Akkus. So reicht im Revier ein einziger Satz Ersatzakkus für die komplette Ausrüstung.

Akkulaufzeit Orion
7–8 h
Akkulaufzeit Hoghunter (18500)
3–4 h
Akkulaufzeit Hoghunter (18650)
bis 5 h

Robustheit

Beide Gehäuse sind auf Rückstoß bis 6.000 Joule ausgelegt und nach IP67 staub- und wasserdicht. Regen und feuchte Luft am Ansitz stecken beide Geräte problemlos weg. Das HOGHUNTER Mini 635 gibt zusätzlich 3 Jahre Herstellergarantie an und wird in Deutschland gewartet und serviciert – im Reparaturfall muss das Gerät nicht nach Fernost.


Für wen eignet sich welches Gerät?

Wer vor allem Gewicht sparen will und auf Recording, WiFi und Entfernungsmesser verzichten kann, greift zum Guide Orion O635CS – reduziert auf Ansprechen und Schuss, ohne jede Ablenkung. Wer dagegen die Entfernung zum Stück direkt im Gerät sehen möchte, den Schuss automatisch festhalten will und auch bei der Nachsuche vom Video profitieren möchte, ist mit dem HOGHUNTER Mini 635 LRF besser bedient. Bei nahezu gleicher Bildqualität entscheidet am Ende also der Funktionsumfang – nicht die Optik.

Sofern Du Dir noch unsicher bist, ob das Guide Orion Hoghunter Mini das richtige Wärmebild Vorsatzgerät für Dich ist, kein Problem. Kontaktiere uns Gerne per Telefon und wir beraten Dich unverbindlich. Hierbei berücksichtigen wir Budget, Revier-Gegebenheiten und weitere Faktoren, die Dich zur optimalen Lösung führen.

Beratung am Telefon und vor Ort

Kontaktieren Sie uns gerne zur Beratung bzgl. der HOGHJens Dewenter - VENARI JagdtechnikUNTER Serie von JSA Night-Lux oder anderen Geräten und verschaffen Sie sich einen praxisnahen Überblick. Ich bin Jäger. Wenn Sie zu mir kommen, reden Sie nicht mit einem Verkäufer – sondern mit jemandem, der die Geräte selbst im Revier führt. Direkt am Verkaufsraum steht ein Hochsitz. Nehmen Sie Platz, nehmen Sie das Gerät – und schauen Sie raus. So testen Sie, wie es wirklich zählt. Ich nehme mir Zeit für Sie. Deshalb bitte ich um eine kurze Terminvereinbarung vorab.

Ihr Jens Dewenter – Venari Jagd, Rastede