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Wissenswertes

  • Das Oberon ist mit und ohne Entfernungsmesser lieferbar
  • Es verwendet große Akkus Typ 18650 mit denen rund 8h Akkulaufzeit erreicht werden – sehr gut! 

Technische Daten

ÜberblickGun-Tec GT Oberon LRF
Reichweite (1.8m x 0.5m Objekt)
2000m (Hersteller-Angabe)
Sichtfeld auf 100m Breite
16,3m
Sensor
384×288 @ 17µm
Technologie
VOx (Vanadium-Oxid)
Detektor-Sensitivität (NETD)
Info folgt
Objektivlinse
40mm / F1.0
Austrittspupille
30mm
Sichtfeld (horizontal x vertikal) in Grad
9.3°×7.0°
Sichtfeld-Breite in 100m Entfernung
16,3m
Optische Vergrößerung des Objektivs
1 fach
Digitale Vergrößerung (Digital-Zoom)
2x, 4x (im Beobachtungs-Modus)
Pixelabstand
17 μm
Bildfrequenz
50Hz
Display-Typ
OLED
Display-Auflösung
800 x 600 Pixel
Video-Aufnahmeja
Foto-Aufnnahmenein
Speicher8
Video-Ausgangja
Farbpaletten9+1 Stück
Einstellungsprofile4x vorgegeben+ 3x frei wählbar
Heißpunkt-Verfolgungnein
Schockresistenzmindestenz 600g
Schutzart, IP-Code (IEC60529)IPX6
Betriebstemperatur, °С-20 °C bis +50 °C
Abmessungen, mm185mm x 97mm x 70mm
Gewicht680g (ohne Akkus), 720g (mit Akkus), 815g (mit Akkus / Adapter)
Stativgewinde (1/4″)nein 
Batterietyp2x Typ 18650 Akku (Li-Ion)
Betriebsdauer am Akku (bei t = 20 ° C), h *
ca. 8h (ohne Aufzeichnung)

Im Test: Gun-Tec GT-Oberon LRF Wärmebildvorsatzgerät

GunTec GT-Oberon LRF im Test

Gun-Tec hat das GT-Oberon vorgestellt – ein professionelles Wärmebildvorsatzgerät mit hoher Reichweite und optionalem Laser-Entfernungsmesser. Die Firma Gun-Tec möchte mit dem Oberon die Erfahrungen aus Wärmebildtechnik mit militärischem Standart mit jüngsten Erfahrungen aus den Ansprüchen jagdlicher Verwendung in diesem Gerät zu vereinen und dem Jäger somit beste Technik an die Hand zu geben. Ob das Gerät diesem hohen Anspruch gerecht wird schauen wir uns in diesem Test und Erfahrungsbericht für Sie an.

Gun-Tec GT-Oberon LRF im Test: Inhaltsübersicht

Wir haben kürzlich das Gun-Tec GT Oberon LRF Wärmebildvorsatzgerät erhalten und haben es für Sie etwas genauer unter die Lupe genommen. Hier unser erster Eindruck :

Gehäuse, Haptik und Bedienelemente

Hinsichtlich der Bauform wirkt das Gerät sehr kompakt und hat etwa die Ausmaße eines Pulsar FN 455, ohne montierten Aufheller. Das Gehäuse wirkt hochwertig und robust, und wiegt rund 620 Gramm (840 Gramm, inklusive Batterien und Adapter). Auf der Unterseite können verschiedene Aufnahmen und Adapter angebracht werden, was die Möglichkeit eröffnet, neben der Adaption am Zielfernrohr, das Gerät bspw. per Picatinnymount auf eine Picantinnyschiene setzen zu können. Somit könnte das Gun-Tec GT Oberon als Vorsatzgerät verwendet werden, ohne das Zielfernrohr mechanisch zu belasten.

Die Anordnung der Bedienelemente ist durchdacht und sie sind haptisch gut erfühlbar, was sich gerade bei Nacht sehr vorteilhaft auswirkt.

Das Fokusrad für die innenliegende Fokussierung ist kurz vor dem Objektiv platziert. Aufgrund der kurzen Bauform von 185mm, ist dieses dennoch gut zu erreichen, auch wenn man keine besonders langen Arme hat. Das Batteriefach ist seitlich rechts angebracht und kann mittels einfacher Verschraubung fest verschlossen werden.

Hier haben sich die Produktentwickler von Gun-Tec etwas ganz besonderes einfallen lassen. Zum einen fasst das Gun-Tec GT Oberon gleich zwei NCR 18650 Akkus, was dem Hunger nach Energie solcher Geräte Rechnung trägt. Zum anderen werden die Akkus Quer zur Beobachtungsrichtung durch das Gehäuse geführt und finden abschließend noch etwas Raum in dem links angebrachten Gehäuse des LRF. Das spart Platz.

Der, unseres Erachtens, formschöne LRF befindet sich gut platziert an der linken Gehäuseseite. Auch hier ist die Bedienung komfortabel zu erreichen, vor allem, weil er von den anderen Bedienelementen auf der Oberseite des Hauptgehäuses getrennt angeordnet -und gut zu ertasten ist, auch mit Handschuhen.

 

Menüführung und Einstellmöglichkeiten

Das Menü wird über die gut erreichbaren, gummierten Tasten auf der Oberseite aufgerufen und bedient. Die Tasten sind erhaben, lassen sich gut erfühlen und sind durch eine Art Gummigitter von einander abgegrenzt. Einzig die Größe der Tasten wäre diskutierbar. Diese könnten, unserer Meinung nach, ein wenig größer sein. Hat man sich mit dem Gerät vertraut gemacht- und die für sich passenden Einstellungen gefunden, verliert das zuvor genannte Argument an Bedeutung, da man nicht mehr so häufig in die Tiefe der Einstellungen vordringen muss.

Mit diesem Stichwort kommen wir zum Menü und den Anpassungsmöglichkeiten des GunTec GT Oberon. Alle Einstell- und Anpassungsmöglichkeiten zu beschreiben würde hier zu weit führen. Es sei aber sei gesagt, dass das Gun-Tec GT Oberon erstaunlich viele Optionen bereitstellt, die es ermöglichen sowohl die Art der Darstellung zu individualisieren, als auch die Qualität der Abbildung entscheidend zu beeinflussen, was vor allem bei schwierigen Wetterbedingungen einen großen Vorteil darstellt. Neben bekannten Einstellmöglichkeiten des Kontrastes, der Helligkeit und der Farbpalette, können überdies die Sensorempfindlichkeit, die Sensorleistung und verschiedene Bildverbesserungsmodi über das Menü gesteuert werden. Auch ein Super-Kontrast-Anzeigemodus ist auswählbar, der insbesondere bei kalter – feuchter Umgebung die Bilddarstellung entscheidend verbessert und aus der bei Wärmebildgeräten bekannten „Waschküche“ (leicht verwaschene Bilddarstellung ohne allzu klare Konturen) noch eine sehr ansprechechende Abbildung zaubert.

Im Menü sehr leicht zu finden, ist die Option zur Justierung des GunTec GT Oberon. Dass Wärmebildvorsatzgeräte eingeschossen werden sollten, da im Grunde das Absehen auf einen Bildschirm gerichtet wird, ist unumstritten und im Vergleich zur analogen Röhrentechnik eher umständlich. Gun-Tec macht daraus eine Tugend und sieht vor, dass drei Waffen / Optiken mit ihrer jeweiligen Treffpunktlage gespeichert werden können, so dass der Jäger verschiedene Waffen seines Portfolios mit seinem Oberon nutzen kann, ohne dieses immer wieder justieren zu müssen.

Insgesamt erfordert der Umgang mit dem GunTecGT Oberon ein wenig technische Affinität, Auseinandersetzung mit dem Gerät und sicher eine gewisse Einarbeitungszeit, welche aber dadurch belohnt wird, dass dieses Wärmebildvorsatzgerät einer großen Spannweite thermischer Umgebungsbedingungen gewachsen ist.

Abbildungsleistung

Wie zuvor erwähnt, hält das Gun-Tec GT Oberon viele Optionen zur Optimierung der Abbildungsqualität vor und diese ist schlichtweg als hervorragend zu bewerten. Insbesondere die Darstellung der Umgebungsstrukturen, wie Bäume, Büsche, Pfäle usw., hebt sich von anderen Wärmebildvorsatzgeräten ab, auch wenn es kalt und feucht ist, was im Grunde für alle Wärmebildgeräte eine Herausforderung darstellt. Ob der Jäger nun 9+1 Farbpaletten braucht, sei einmal dahingestellt, aber sie bieten Raum zur Variation der Darstellung. Wir haben mit der klassischen Farbdarstellung weiß / heiß und schwarz/ heiß die nach unserer Ansicht optimalste Objektabgrenzung und Detaileinstellung erreichen können.

Das leicht zu erreichende Fokusrad ermöglicht eine problemlose Scharfstellung des Bildes und die wählbaren Bildoptimierungsmodi, welche über ein Schnellmenü zu erreichen sind, gewährleisten die rasche Anpassung der Darstellung, je nach Wunsch des Anwenders.

Zusätzliche Funktionen

Folgende Ausstattungen des Oberon, die in dieser Geräteklasse, bis zum jetzigen Zeitpunkt, ein Alleinstellungsmerkmal darstellen haben und besonders beeindruckt.

Der Entfernungsmesser (Laserrangefinder, kurz LRF) und die unterbrechungsfreie Kalibrierung (Shuterless Calibration)

Der LRF wird über eine separate Taste bedient. Ein Tastendruck, um ein Absehen in Form eines kleinen Rechteckes aufzurufen, ein weiterer Tastendruck, um die Entfernung zum anvisierten Objekt zu messen, welche dann im Display des Gun-Tec GT Oberon LRF angezeigt wird. Eine häufige Kritik bei der Verwendung von Wärmebildvorsatzgeräten, ist die Schwierigkeit Entfernungen richtig einzuschätzen und somit das Risiko von Fehlschüssen immens zu erhöhen. Der LRF des Oberon trägt wesentlich dazu bei, diesen Umstand entscheidend zu mindern.

Die unterbrechungsfreie Kalibrierung läuft im Hintergrund ab, ohne dass der Schütze davon etwas bemerkt. Ein Einfrieren des Bildes entfällt Der Schütze kann unterbrechungsfrei beobachten, ansprechen und seinen Schuss antragen, ohne befürchten zu müssen, dass im Moment der beabsichtigten Schussabgabe plötzlich das Bild stockt. Durch die im Gun-Tec GT Oberon LRF verbaute Shuterless Technologie wird diese Quelle für Fehlschüsse eleminiert.

Dedal GT Oberon Wärmebildvorsatzgerät
Gun-Tec GT-Oberon LRF im VENARI Shop

Fazit

Insgesamt ist das Gun-Tec GT Oberon LRF ein sehr robustes und dennoch leichtes Wärmebildvorsatzgerät mit einer hervorragenden Abbildungsleistung, welches den Jäger bei der Jagd in der Nacht oder schlechter Sicht optimal unterstützt. Das unterbrechungsfreie Kalibrieren des Bildes und der Entfernungsmesser kompensieren häufige Fehlerquellen, die es bei vergleichbaren Geräten ohne diese Ausstattungsmerkmale nun einmal gibt. Auch die Verwendung großer Akkus und damit die lange Nutzungsdauer von gut 8h Dauerbetrieb stellen ein Novum im Bereich der Wärmebildvorsatzgeräte dar.

Wem würden wir das Gun-Tec GT Oberon empfehlen?

Das Oberon ist Jägern zu empfehlen, die einen hohen Anspruch an die Abbildungsleistung und die Ausdauer ihres Gerätes stellen. Dieser sollte jedoch willens sein, sich in die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten dieses Wärmebildvorsatzgerätes einzuarbeiten, um seine volle Leistungsfähigkeit auszuschöpfen.

Wer keine technologischen Berührungsängste hat und sich seines Zieles und des Treffersitzes stets sicher sein möchte, der sollte für seine zukünftige Jagdausübung bei Nacht das Gun-Tec GT Oberon LRF in die engere Wahl nehmen.